Samstag, 24. März 2018

Fatal recipe error: Red Pepper Jam


Tja.

Irgendwann musste es ja mal so weit sein.

Irgendwann musste es passieren.

Das ein Gericht mal nicht so wird, wie man sich das vorgestellt hat, kann ja mal vorkommen.

Aber das ein Rezept einfach so überhaupt nicht funktioniert?

„Undenkbar“ echauffiert sich der Mini-Perfektionist.
 „Nicht mit uns!“ schreit das Limbische System.

Aber was soll ich sagen?
Genau das ist passiert.

Aber lest selbst…..:

Red Pepper Jam (3 kleine Gläser)

8 rote Paprika- oder Chilischoten
1EL Salz
225ml Apfelessig
450g Zucker

Schoten putzen und in der Küchenmaschine sehr fein hacken.
Mit Salz bestreuen und einige Stunden ziehen lassen.
Flüssigkeit weg gießen und Zucker und Essig zugeben.
Die Masse ca. 1h kochen lassen, dabei gut umrühren, bis sie eindickt.
In Twist-Off-Gläser füllen.

Fotos: M-iPhone

Da ich schon mal Chilimarmelade (mit Crackern und Frischkäse!) probiert hatte, kam mir dieses Rezept natürlich sehr gelegen.

Zutatenliste überschaubar, Bild appetitlich, Herstellung scheinbar mühelos.

Also ab in die Küche und losgewerkelt.

Als ich die Chilipaste zum kochen gebracht hatte, war zunächst auch alles „normal“.

Aber irgendwann fiel mir auf, dass, wenn ich den (Holz-)Löffel nach dem Umrühren aus dem Topf nahm, die Flüssigkeit darauf sehr schnell fest und hart wurde.
Ich hatte mir nichts weiter dabei gedacht und einfach jedesmal nach dem Umrühren meinen Löffel gleich mit Wasser abgespült.

Denn ansonsten verlief alles nach Plan; die Flüssigkeit sprudelte wie es sich gehörte und schmeckte auch nach dem, was sie eben einmal werden sollte.

Nach der Kochzeit habe ich die Flüssigkeit in Gläser gefüllt, verschlossen und kopfüber zum Auskühlen auf der Arbeitsfläche positioniert.

Dass das Missachten des Flüssigkeit-auf-dem-Löffel-Festwerdens aber ein grober Fehler war, stellte sich erst später heraus….

Als ich am nächsten Tag mein „Kochwerk“ betrachten und kosten wollte, war die Überraschung groß und – im wahrsten Sinne des Wortes – hart.

Meine mittlerweile tiefdunkel-lila-farbene (sollte eigentlich Chilischoten-hellrot sein) Red Pepper Jam war in ihrem Glas gefangen.



Also wirklich und tatsächlich hatte das Glas meine Marmelade fest in ihren Händen. Ich bekam nicht mal die Deckel von den Gläsern herunter.

Und auch der Einsatz diverser Handwerker-Tools aus meinem Haushalt vermochte meine Marmelade nicht zu befreien.

Dann wurde es mir schlagartig klar:
ich hatte mal eben drei Gläser Liebesapfel-Glasur (die schönen roten, die man auf der Kirchweih kaufen kann) hergestellt, die nun einfach zu nichts mehr zu gebrauchen waren.

Das Ende vom Lied war, dass ich die drei Gläser samt Inhalt weggeworfen habe.


L

Diesmal leider keinen Guten Appetit

Samstag, 17. Februar 2018

Popeye-Power: Spinatcremesuppe


Die Sache mit dem Spinat ist ja schon so eine komische.

Man glaubte lange Zeit*, dass er ein überaus eisenhaltiges Gemüse sei.

Welches Kinder unbedingt zu sich nehmen müssten, um ihr Wachstum, Knochenbau und Blutbildung mit Expressgeschwindigkeit in Gang zu bringen.

Was angeblich dazu führte, dass eben diese Spinat-genötigten Kinder das grüne Gemüse aufs Äußerste verabscheuten.

Nicht mal die Tatsache, dass Popeye durch den Genuss von Spinat zum superstarken super-Seemann mutierte, konnte daran etwas ändern.

Also zumindest bei der Mehrheit der Kinder nicht.
Nur bei meinen Brüdern und mir war das mal wieder ganz anders.

Der Legende zufolge war eines Tages (in grauer Vorzeit) mein Vater mit uns drei hungrigen Schreimäulern allein zuhause.

Um die misslichen und lauten Töne nicht länger ertragen zu müssen, rührte er (der übrigens ein sehr guter Koch ist) zusammen, was ihm in die Hände fiel:

Fischstäbchen mit Spinat und Kartoffelpüree.

Und was soll ich sagen?
Keiner von uns dreien spuckte meinem Vater das grüne Gemüse vor die Füße und bis heute essen meine Brüder und ich leidenschaftlich gerne Spinat.

Hiermit hatte sich also bewiesen, dass die Kombination „Spinat-Kind“ nicht automatisch eine schlechte ist.

Somit war’s wie immer keine Frage, dass mein Magen freudig gluckste, als ich ihm dieses Rezept servierte:


Spinatcremesuppe (4 Personen)

1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
200g Blattspinat (ersatzweise TK)
1EL Pflanzenöl
½l Brühe
1 Dose ungesüßte Kokosmilch
Salz & Pfeffer
evtl. geschlagene Sahne zum Dekorieren
 
Öl im Wok erhitzen, gewürfelte Zwiebeln und Knoblauch 
darin glasig dünsten. Brühe und Kokosmilch zugießen, Spinat zugeben und alles ca. 10min leise kochen lassen.
Danach die Suppe pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen. 
Gegebenenfalls im Suppenteller mit geschlagener Sahne dekorieren.

Fotos: Mi-Phone


"Nackig" oder mit Lachs und Crème fraîche serviert - einfach nur lecker!


*man fand übrigens eine lange Zeit später heraus, dass der Wissenschaftler, der diese Werte veröffentlicht hatte, sich leider um eine Kommastelle vertan hatte.
Und somit der Spinat nun doch nicht das eisenhaltigste Gemüse im Garten ist.
(um ehrlich zu sein hatte der arme Mann doch Recht; allerdings hat er seinen Eisengehalt bei getrockneten und nicht bei frischem Spinat gemessen.........)

Mir egal, an welcher Stelle welches Komma stand – ich mag Spinat!

J

Guten Appetit!

Sonntag, 28. Januar 2018

Wenn der kleine Hummer kommt: Deviled Lobster Tails

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Und ob man Hummer essen „muss“ oder nicht, ebenfalls nicht.

Da ich nachweislich ein großes Faible für Meeresfrüchte habe, nehme ich Hummer da auch nicht aus.

Und als der Fischhändler meines Vertrauens kürzlich tief gefrorene Hummerschwänze (zu einem fairen Preis) im Angebot hatte, konnte ich nicht widerstehen.

Mein limbisches System hüpfte, tanzte und klopfte laut an meine Gedächtnistür, dass es doch da ein kleines, feines Rezept im cookbook gibt, dass es auszuprobieren gilt...

Et voilá...:


Deviled Lobster Tails (2 Personen)

4 Hummerschwänze, gefroren
¼ cup Mayonnaise (~56g)
1tbs Sriracha (1EL)
¼ts Cayenne (¼TL)
1ts Paprika (1TL)
1ts Zitronensaft (1TL)
2tbs Estragon (2EL), gehackt
etwas Salz





Ofen auf 250°C vorheizen.
Mayonnaise mit den Gewürzen, Estragon und Zitronensaft vermengen.
Hummerschwänze mit einem stabilen Messer erst von der Mitte Richtung Schwanz und dann in die andere Richtung durchschneiden.
Den Darm entfernen und dann vorsichtig das Fleisch, aber nur bis zum Schwanzende, von der Schale lösen (mit den Fingern zwischen Fleisch und Schale gehen und vorsichtig anheben).
Dann die Würzmayonnaise sowohl zwischen Fleisch und Schale als auch oben auf dem Fleisch verteilen.
5-7min backen.

Fotos: M-iPhone

Also ich bin mit mir absolut im Reinen;
nach dem Genuss dieses hervorragenden (und wie immer leicht und schnell zuzubereitenden) Rezepts, bin ich satt, glücklich und der Meinung, dass man durchaus mal Hummer essen „darf“!

J

Guten Appetit!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Trauma besiegt, let the games begin! Mini-Tartelettes mit Ziegenfrischkäse

Da ich ja offenkundig kürzlich mein Tarte-Trauma besiegen konnte (hier geht's zum killer-Rezept), ist „die Schleuse offen“ und beim kochen kein Halten mehr in Sicht!

Jetzt, da die letzte Tarte unfallfrei geklappt hat, ist der Übermut mit an Bord...und fordert lauthals neue Kreationen.

Und da die Schreiberin dieses kleinen Blogs ja bekennende Sklavin ihrer inneren Stimmen und des Limbischen Systems ist, war es wie immer keine Frage, ein neues Rezept zu suchen, zu finden und nach zu kochen!

Diesmal war es sogar noch viel wilder – ich habe nicht einfach ein gefundenes Rezept nachgekocht, sondern ein bereits bestehendes Rezept zu meinen Gunsten ab- und in ein echt leckeres Gericht umgewandelt:

Mini-Tartelettes mit Ziegenfrischkäse (15 Personen)

1½ Rollen Blätterteig (Kühlregal)
3 rote Zwiebeln
200g Ziegenfrischkäse (möglichst mit Honig)
75g schwarze Oliven ohne Stein
1 Zweig Rosmarin
ca. 5 Scheiben Parmaschinken
2-4EL Pinienkerne
Salz, Pfeffer & Chili
1 Eigelb
etwas Schmand


Zwiebeln fein hacken, Oliven hacken, Ziegenkäse zerbröseln, Schinken zupfen und den Rosmarin hacken. Alles zusammen mit den Pinienkernen vermengen und nach Belieben mit etwas Schmand (und, falls nicht im Ziegenkäse – Honig) abschmecken und glatt rühren. Mit Salz, Pfeffer und Chili würzen.
Blätterteig ausrollen und in etwa gleich große Quadrate schneiden (ca. 4x4cm bzw so groß, dass sie überlappend in Muffinformen passen). Quadrate in die Muffinform drücken und die Füllung darin verteilen. Die überstehenden Teigecken nach innen klappen und mit dem Eigelb bepinseln.
Bei 200-225°C auf der untersten Schiene 15-20min backen. Lauwarm oder kalt genießen.

by myself mixed up-recipes
weitere Fotos: M-iPhone



















Ja, es hat sich definitv gelohnt, sich den Dämonen zu stellen...
Diese Mini-Tartelettes waren schmackhaft, pikant, lecker und Happs-um-Happs in unseren Mündern verschwunden!

J 

Guten Appetit!

Freitag, 8. Dezember 2017

Keine harte Nuss: Peanut Butter Cookies

Meine Beziehung zu Erdnussbutter ist irgendwie zwiegespalten.

Auf der einen Seite geht nichts über einen Erdnussbutter-Marmeladen-Toast –
auf der anderen Seite ist es manchmal echt schwierig, das zugegebenermaßen zähe Aufstrich-Zeug ordnungsgemäß zu verspeisen.

Was tut also die schlaue Köchin?

Sie schmuggelt einfach das samtig-braune Hüftgold in ein anderes Rezept!

Und da es ja im www genügend davon gibt… J!

Dieser Hüftgold-Rettungsring- produzierende Aufstrich lässt sich z. B. ganz hervorragend in einer Spicy Peanut Sauce (hier gehts zum Rezept) unterbringen.

Oder aber, für die süßen Zähne unter euch, in folgenden Peanut Butter Cookies:

Peanut Butter Cookies (30-35 Stck.)
 
190g Mehl
½tsp Salz (½TL)
1tsp Backpulver (1TL)
60g Butter, zimmerwarm
240g cremige Erdnussbutter
100g + 100g Zucker
100g brauner Zucker
1tsp Vanilleextrakt (1TL)
2 Eier
etwas Milch

Mehl, Salz und Backpulver gut vermischen.
Butter, Erdnussbutter, 100g Zucker, brauner Zucker und Vanilleextrakt in einer anderen Schüssel ebenfalls gut vermischen.
Dann nacheinander die Eier zugeben und gut verrühren.
Mehlmischung zugeben und gut verrühren. Ggfs. etwas Milch einrühren.
Ist die Masse zum formen zu weich, 30-60min in den Kühlschrank geben.
Teig in gleich große Kügelchen formen, im Zucker (100g) wälzen und auf das Backblech/-papier geben und leicht flach drücken.
Bei 180°C 10-12min backen.
Variante:
Kugeln auf das Backblech geben und mit dem Daumen eine Kuhle in die Kugeln drücken.
Nach dem Backen evtl. die Kuhle mit dem Daumen noch etwas vertiefen und mit Marmelade oder Schokolade füllen.
Schokolade:
120g Schokolade in 120ml erhitzter Sahne auflösen, 5min abkühlen lassen und dann in die Kuhle löffeln. Auskühlen lassen.

weiteres Foto: M-iPhone

Es ist ja mittlerweile bekannt, dass die süße Seite der Küche nicht ganz oben auf meiner Hitliste steht – aber bei diesen Cookies werde sogar ich schwach!
Süß sind sie auf alle Fälle, aber eben auch erdnussig und ja, halt einfach lecker!

J

Guten Appetit!